Küsse bedeuten gute Laune

“Gib mir tausend Küsse, darauf hundert,
dann tausend weitere, dann ein zweites Mal hundert, darauf ununterbrochen weitere tausend, danach hundert. 
Dann, wenn wir uns viele tausend gegeben haben werden, werden wir jene in Unordnung bringen, damit wir es nicht wissen oder damit nicht irgend ein schlechter Mensch uns beneiden könnte, wenn er wüsste, dass es so viele Küssen waren.”

Wie schön dieses Gedicht von Catullo ist! Mein Freund Gege hat heute Morgen diese leidenschaftlichen Verse rezitiert und ich habe sofort verstanden warum: Es ist Weltkusstag! Was ist die universellste Sprache von allen? Die der Liebe und damit auch der Küsse. Jeder mag sie – auch in der Natur! Es ist kein Zufall, dass gerade der Kuss im Kino, in der Kunst und in der Literatur und natürlich auch der Musik zelebriert wird! Wie könnte es anders sein? Der Kuss ist Teilen, Zuneigung, Liebe, Zärtlichkeit ... ein Kuss stärkt die Bindung, verbindet Herzen und Köpfe und schafft eine Vereinigung im Moment.

Ich spreche nicht nur von romantischen Küssen. Der Mensch (und auch die Ameise!) ist ein soziales Tier – und es gibt so viele Arten von Küssen, wie es Situationen gibt, in denen Du anderen begegnest. Wenn du jemand triffst, gibst Du ihm einen Kuss auf die Wange, als wolltest du sagen "Hey, schön dich zu treffen!" Oder du willst vielleicht “bis bald” sagen. Oder du gibst jemandem einen Kuss auf die Stirn, wie einen Gute-Nacht-Kuss. Oder der Kuss der Eskimos! Nase gegen Nase. Galileo, der immer alles weiß, erklärte mir, dass dieser Kuss auch in Neuseeland ausgetauscht wird, wusstest du das schon?

Der Kuss ist an die Kultur gebunden, daher küsst man nicht überall in allen Situationen auf die gleiche Weise: In Japan wird der Kuss beispielsweise als zu intim angesehen, um ihn mit Fremden zu teilen. Wenn wir uns also treffen, verneigen wir uns voreinander und küssen uns dann privat.

Die Wissenschaft zeigt, was das Küssen wirklich leistet. Es ist so gut wie das Umarmen, Teilen, Streicheln, Händchenhalten oder Lachen. Durch den Kontakt verstehen wir all die Liebe, die uns mit anderen, unserer Familie, unseren Freunden und auch unserer großen Liebe verbindet.

Wusstest du zum Beispiel, welche positiven Auswirkungen eine Umarmung auf den Körper hat? Vorausgesetzt, man umarmt sich mindestens 20 Sekunden. Das Gleiche passiert bei einem Kuss: Zunächst setzt unser Körper sogenannte "Glücks"-Hormone frei, das Endorphin, das Dopamin, das den Herzschlag auslöst, und das Oxytocin, das den Blutdruck senkt. Das Ergebnis ist, dass du dich noch nie so gut gefühlt hast! Deshalb fühlen wir uns so berauscht und darum wird über Küsse so viel geredet.

Denk´ an den Kuss, den der Maler Francesco Hayez gemalt hat, oder an den Kuss zwischen Liebe und Psyche, der von Canova geschnitzt wurde und der im Laufe der Jahrhunderte für viel Aufregung sorgte und Millionen und Abermillionen von Besuchern bewegte. Jeder Künstler gab dem Kuss eine Existenz, die die Zeit überlebt hat, nicht so sehr aufgrund der Darstellung des Kusses selbst, sondern weil er seinem "Kuss" eine Bedeutung gab, ein Gefühl, das wir wahrnehmen können. Und was ist ein Kuss für dich? Diese Frage habe ich auch meinen Freunden gestellt!

Für Gnam Gnam ist der Kuss wie eine Tafel der besten Schokolade, während er für Vitamina wie ein Lauf am Morgen ist: danach fühlt er sich superenergetisch! Punky vergleicht es stattdessen mit einem Konzert seiner Lieblingsband, einem Adrenalinschub, der Lust macht, die ganze Nacht zu hüpfen! Stattdessen sagte mir Galilei, der immer der Wissenschaftlichste von allen ist, dass der Kuss für ihn wie ein Weihnachtsbaum ist, der aufleuchtet.

Durch einen MRT-Scan an zwei Liebenden wurde festgestellt, dass das Gehirn tatsächlich "aufleuchtet", weil auf die Bereiche des Gehirns zugegriffen wird, die das Gefühl der Erfüllung regulieren. Kurz gesagt, ein Kuss macht sofort gute Laune! Also liebe Freunde, ein virtueller Kuss an euch alle!